Schritte zur Heiligsprechung

Von der seligen Franziska Schervier ging etwas Besonderes aus, wenn sie in den 50ziger Jahren des 19. Jh. durch die Aachens Straßen ging, wenn sie sich den Armen liebevoll zuwandte. Es war zu spüren, dass sie in den Armen Jesus selbst erkannte und ihm in diesen diente. Vorausahnend war sie auf den Namen Franziska getauft worden; und wie der hl. Franz von Assisi, war sie leidenschaftlich davon ergriffen, den Ärmsten beizustehen. Als Kind schlich sie sich in die Fabrik ihres Vaters, die auf dem Grundstück ihres Elternhauses lag, und schenkte den Kindern, die dort, in der beginnenden industriellen Revolution unter schrecklichen Bedingungen viele Stunden arbeiten mussten, selbstgestrickte Socken und Handschuhe.

Entschiedenheit
Franziska war geprägt von großer Tatkraft und einer klaren Entschiedenheit. Als Tochter eines Aristokraten und Fabrikanten, der vor der französischen Revolution nach Aachen geflohen war und als Patenkind des österreichischen Kaisers Franz I., wurde sie erzogen für eine behütete, kultivierte und luxuriöse Zukunft. Daraus wurde aber nichts. Stattdessen setzte Franziska ständig ihre Gesundheit und ihren guten Ruf aufs Spiel. Ihr ging es einzig und allein um die Menschen, die zu den Verlierern der industriellen Revolution gehörten: Die sich prostituierenden jungen Frauen, die missbrauchten Kinder, die an Hunger Leidenden, die Heimatlosen und die Gefangenen. Ihnen wollte sie auf vielfältige Weise Abhilfe schaffen, ihnen Ansehen schenken. „Franziska von Aachen“, wie sie bis heute genannt wird, war zunächst stark sozial engagiert in ihrer Pfarrgemeinde St. Paul. Sie verbrachte viele Stunden in der Suppenküche. Dort hat sie Mahlzeiten vorbereitet und an alle ausgeteilt, die hungrig waren, Scharen von jungen und alten Menschen.

A Woman of Action and Contemplation
Sie verband in sich die aktive Seite, das Tätigsein mit einer tiefen komtemplativen Dimension. Aus ihrem tiefen Gottvertrauen erwuchs ihr die Kraft sich so stark im Dienst an den Menschen zu engagieren. Aufgrund ihrer Gottesbeziehung fühlte sie sich zu Menschen hingezogen, besonders zu denen, die am meisten vernachlässigt waren (sie nannte das „ein heiliges Feuer). Nachdem sie sich der franziskanischen Laienbewegung angeschlossen hatte und von einer guten Freundin, Gertrud Frank, einen Auftrag bekommen hatte, sammelte sie einige Gleichgesinnte und gründete Pfingsten 1845 eine Ordensgemeinschaft. Diese widmeten sich der Liebe zu und dem Dienst an den Armen.

Als hunderte Frauen sich der neuen Gemeinschaft anschlossen, blieb Franziska auf das Wesentliche ausgerichtet und hatte den Mut und das Vertrauen, die neue Gemeinschaft dorthin zu führen, wohin der Heilige Geist sie trieb: So reiste sie 2mal in die USA und erkannte das Leiden der neuen Immigranten. Folglich schickte sie viele Schwestern in die USA die dort (5) Krankenhäuser noch vor der Jahrhundertwende gründeten. Franziska war eine der wenigen Frauen in der Ordensgeschichte, die an der Gründung einer Männergemeinschaft beteiligt war, den Armen Brüdern des hl. Franziskus.

Immer wieder neue Aufgaben
In mehr als 165 Jahren haben die Töchter der seligen Franziska neben Deutschland, Belgien, Dänemark und Sibirien sich an neuen Orten niedergelassen: In den USA, Italien, Brasilien, Senegal und den Philippinen. Die Schwestern und ihre Assozierten und Freunde wirken auf 5 Kontinenten und sind gemeinsam auf dem Weg zur Heiligsprechung.

Wir laden Sie ein, uns zu begleiten, indem sie mit uns die Litanei und Novene zur Seligen Franziska beten.

Franziska ein ganz normaler Mensch wie wir – aber durch die Gnade Gottes tat sie ungewöhnliche Dinge. Sollten Sie sich in der kommenden Zeit mehr von Franziska angezogen fühlen, dann teilen Sie uns doch ihre Geschichte mit der Seligen mit.

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